Lass dir das Staunen nicht nehmen! Roswitha zu Gast im eigenen Podcast

Shownotes

Heute drehen wir den Spiess um: Ich bin zu Gast in meinem eigenen Podcast. Annette Gevatter, Zeichenkünstlerin und Zeichenlehrerin, hat mich gefragt, wie ich überhaupt Feuer für die Kunstgeschichte fangen konnte, warum ich sie heute online vermittle und warum ich immer wieder sage: Lass dir das Staunen nicht nehmen. Ein persönliches Gespräch über den Firnis-Duft in der Alten Pinakothek, ein Rubens-Bild, das mich als Teenager ratlos zurückliess, und meinen „persönlichen Freund“ Rembrandt.

Du erfährst:

• Welcher Moment mich zur Kunstgeschichte gebracht hat und was das mit Narnia zu tun hat

• Warum es für den Kunstgenuss völlig egal ist, ob du den Namen des Künstlers weisst

• Wie eine kleine gotische Kapelle aus Glas Revolution, Säkularisierung und Weltkriege überleben konnte

Links:

Annette Gevatter von leichtgemalt

Jan van Eyck, Die Arnolfini-Hochzeit, 1434. National Gallery, London

Peter Paul Rubens, Decius-Mus-Zyklus, um 1616/17. Liechtenstein. The Princely Collections, Vaduz–Wien

Rembrandt Harmensz. van Rijn, Die Blendung Simsons, 1636. Städel Museum, Frankfurt.

Sainte-Chapelle, Paris, geweiht 1248.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Heute bin ich Gast in meinem eigenen Podcast.

00:00:03: Einetige Vater von Leichtgemalt, Zeichenkünstlerin und auch Zeichenlehrerin hat mich befragt warum ich denn eigentlich die Kunstgeschichte im digitalen Raum vermitteln wie ich überhaupt so viel Feuer fangen konnte für die Kunst Geschichte?

00:00:18: Und warum ich immer sage lasst euch das Staunen nicht nehmen!

00:00:25: Herzlich willkommen zum Podcast Schöne Kunst auf Zeitreise durch die Kunstgesichte.

00:00:32: In diesem Podcast erfährst du alles aus der Welt der Kunst und warum Kunstwerke Zeitmaschinen sind.

00:00:42: Ich bin Rosvita Figerisch, Kunsthistorikerin und Dein Personal Art Guide.

00:00:48: Hallo Rosvitta!

00:00:49: Ich bin total froh dass Du heute dabei bist.

00:00:52: Magst Du Dich ganz kurz vorstellen?

00:00:54: Du bist Kunsthistorikerin aus Liechtenstein.

00:00:57: magst Du ganz kurz von Dir eine kleine Zusammenfassung geben wie Du so lebst Kunstgeschichte gekommen

00:01:05: ist

00:01:06: und was du heute machst.

00:01:09: Ja, hallo Annette, mache ich sehr gerne!

00:01:12: Wie gesagt, ich komme aus dem winzigen Land Lichtenstein und komme eigentlich gar nicht aus irgendeinem Kunstgeschichtsbereich auch in meiner Familie nicht.

00:01:24: Zur Kunstgeschicht bin ich gekommen weil ich schlicht und einfach nicht wusste, was ich studieren sollte und habe dann gehört, das soll das Fach mit der breitesten Allgemeinbildung sein.

00:01:34: Also ich würde mich dann entscheiden was ich später mal mache Aber ich kann sagen schon am ersten Tag im ersten Semester ist die Entscheidung gefallen.

00:01:41: Das Fach hat mich so sehr fasziniert dass ich nicht gewechselt habe und studiert habe Und zwar hab' ich das in München gemacht an der LMU weil wir hier mitten in Europa sind im Herzen hinter den sieben Bergen ein bisschen kann man sagen und ich wollte einfach auch mal die Studienzeitenutznummer rauszukommen, in eine größere Stadt.

00:02:02: Ja dann habe ich gearbeitet als Kunsthistorikerin in verschiedenen Bereichen hatte dann auch meine Mutterzeit und habe mir überlegt wie kann Von hier raus, Lichtenstein aus als Mutter, meine Kunstgeschichte vermitteln die schönen Geschichtenerzellen, die sie bereithält.

00:02:23: Und so bin ich dann auf das Online-Kurse gekommen, die ich jetzt

00:02:27: abhalte.".

00:02:29: Super, das hört sich ja total spannend an.

00:02:32: Vor allem ich glaube dieses Problem haben wir auch viele die möglicherweise ein bisschen exotisches Fach oder so studiert haben wie sie es dann einsetzen können vor allem wenn man eine Familie gründet.

00:02:42: Das ist ja auch gar nicht so einfach das dann zusammen zu bringen.

00:02:46: Genau Jetzt mal ganz tief Gibt es einen Moment wo du vielleicht vor einem Gemälde standest oder irgendeine Situation wo du gedacht hast Genau dafür mache ich das.

00:03:02: Ich möchte, dass auch andere Teil haben in dem was ich so hier empfinde.

00:03:07: Was gab es so einen Moment oder hat sich das aus etwas anderem entwickelt?

00:03:13: Ja also diesen Moment gab es tatsächlich.

00:03:16: Ich kann jetzt nicht mehr genau sagen welches Bild das war aber das war sicher in der alten Pinakothek in München auf der ersten Exkursion mit der Universität und zwar Man steht vor diesem Bild und man erschließt es sich mit den Professoren natürlich oder der Professorin.

00:03:36: Und das muss man mal erlebt haben, wenn man sieht das Bild, man sieht die Größe... ...man sieht die Ölfarbe wie sie leuchtet, die verschiedenen Schichten.

00:03:46: Oft sind die Bilder in den Museen frisch restauriert oder gut restaurierter.

00:03:50: Firmness hat seinen bestimmten Geruch.

00:03:54: Überlegt man, erzählt über das Bild, fügt einpasst dazu was man so gelernt hat und weiß.

00:04:00: alle Studenten tragen dazu bei.

00:04:02: Und das ist dann so wie wenn du ... Ich sage immer, dass es wie beim König von Narn ja als die Kinder in den Kleiderschrank ging und dann in dieser Welt herauskam.

00:04:13: Es ist wie wenn Du in eine andere Welt eintauchst.

00:04:17: Und diesen Moment habe ich gefühlt wirklich und auch heute gelingt mir das noch oft.

00:04:24: Also das ist ja ganz häufig so, dass es einen entscheidenden Moment gab.

00:04:28: Jetzt unterrichtest du ja hauptsächlich online.

00:04:31: Ich glaube, du hattest auch mal in Präsenz was gemacht aber inzwischen ist es vor allem online.

00:04:37: Wie bringt man jetzt das körperliche, also das Materielle, was du gerade so beschrieben hast und man riecht es auch im Spiel?

00:04:48: Sag mal sinnvoll, in einen digitalen Raum bringen.

00:04:51: Was geht verloren?

00:04:52: Aber was ist vielleicht sogar besser?

00:04:54: oder was kann man da vielleicht noch viel eindrücklicher erfahren?

00:05:00: Ja das ist tatsächlich die große Herausforderung.

00:05:05: bei mir läuft es so ab dass ich in einem Kurs bekommen die Kurseilnehmerinnen immer wöchentlich Videos zu einem bestimmten Thema zu einem Bestimmten Kunstwerk Und das ist dann quasi das sachliche.

00:05:18: Das ist sozusagen das Buch, was ich lesen würde.

00:05:21: Es ist eine Präsentation über das Bild, eine Miniführung im Museum oder vor dem Kunstwerk und dann – und das ist der wichtige Teil meiner Kurse – treffen wir uns einmal pro Woche zu jeder Lektion.

00:05:36: Gibt es einen Kunstsalon, nenne ich das?

00:05:38: Wir treffen uns per Zoom!

00:05:41: Da ist es natürlich von meiner Seite ganz wichtig mit meinen Gefühlen nicht zurückhalte und wirklich auch den Teilnehmerinnen erkläre.

00:05:50: Was kann man denn sich aus so einem Bild überhaupt rausholen?

00:05:54: Und ich sage dann schon, auch so setze wie da riechst du doch den Firmness oder das siehst Du doch Rembrandt wird mit dem Pinsel schaft noch seine Haare in die feuchte Farbe kratzt und dann Sie lassen sich darauf ein.

00:06:08: Das gelingt mir ganz gut und sind dann immer ganz verzaufert.

00:06:12: also das wichtigste was ich vermittle ist lasst ihr das Staunen nicht nehmen.

00:06:18: der Kunstbetrachtung in einer Gruppe endet oft damit, wer weiß als erstes den Namen des Künstlers?

00:06:24: Wer weiß also erstes die Epoche und darum geht es gar nicht.

00:06:27: Es geht wirklich darum das Bild zu spüren.

00:06:30: Und natürlich – und das ist ganz wichtig digital ist es nicht erledigt.

00:06:35: man muss das Bild oder das Kunstwerk man muss es halt dann irgendwann

00:06:38: auch besuchen

00:06:40: und sehen was man weißt noch einmal richtig fühlen.

00:06:44: Also diese Kombination ist dir auch wichtig in der Vermittlung, dass sie sozusagen mal wie so einen kleinen Vorgeschmack bekommen von dieser ganzen Atmosphäre und dann aber versuchen das auch selbst dann direkt zu erleben.

00:06:57: Das ist ja ein toller Ansatz finde ich weil es eben auch diese beiden Windwelten ganz super miteinander verbindet.

00:07:06: Jetzt hast du, glaube ich so ein bisschen den Schwerpunkt.

00:07:09: Die alten Meister sind deine Leidenschaft oder dein Steckenpferd in der Kunstgeschichte?

00:07:16: Was genau zeichnen wir als die Altenmeister und was genau fasziniert dich denn an diesem Bereich der Kunst Geschichte oder des Kunstschaffens?

00:07:34: Ja, es ist so.

00:07:35: Ich habe mir überlegt was präsentiere ich?

00:07:38: Die Kunstgeschichte ist lang das fängt an bei Höhlenmalereien und hört auf.

00:07:43: heute von KI erstellt der Kunst.

00:07:46: Und wer wissen wir spüren da sind Brüche drin ganz viele und ich hab gedacht ich beschränke mich auf die Zeit von tausend also Romanik und Buchmalerei ist da, wo das so anfängt.

00:08:00: Bis zu den zweiten Weltkriegen also um neunzehnhundertdreißig vierzig, das sind so... Da waren noch die großen Erfindungen von Picasso zum Beispiel Kubismus und solche Sachen.

00:08:11: Und der Grund ist weil während dem Weltkliegen fand ein großer Bruch statt.

00:08:16: Also schon vorher natürlich hundert Jahre vorhin wurde die Fotografie erfunden.

00:08:20: Das ist ein wichtiger Punkt.

00:08:22: und dass Malen als Dokumentieren, also das Abmahlen hat dann quasi seinen Sinn verloren, immer mehr.

00:08:29: Und früh wurde die Fotografie auch als Kunstmedium verwendet und die Künstler mussten sich überlegen was kann ich denn noch mitteilen?

00:08:40: Durch diesen Bruch beim Zweiten Weltkrieg sah man überhaupt den Sinn nicht mehr auf rein künstlerische Probleme zu fokussieren wie das zum Beispiel bei dem Impressionismus der Fall ist musste von der Welt berichten, von den Gefühlen.

00:08:56: Wie geht es der Gesellschaft?

00:08:58: Und das ist einfach eine ganz andere Liga.

00:09:00: Ich habe gesagt ich nehme die Zeit vorher in der Kunst wirklich als Medium noch verstanden wurde wie eine Zeitung zum Beispiel oder ein Buch dass irgendwas kommunizieren muss.

00:09:13: und du hast ja da auch Die Frage und die Aufträge der Aufzugeber, der Kirche oder Herrscher oder überhaupt reichen Leute, die sich so etwas leisten konnten.

00:09:24: Und du hast aber trotzdem auch die Interpretation irgendwo des Künstlers seiner Zeit, seines Talentes.

00:09:31: wo er sich ja auch immer anbieten musste, damit er dann mehr auftretet kommt.

00:09:35: Also er musste auch gefallen und alles hat sich dann sozusagen getroffen.

00:09:40: in welche Botschaft muss ich mitteilen?

00:09:42: Und wie bringe ich dir am besten rüber?

00:09:44: Das ist genau mein Punkt!

00:09:46: Ich kümmere mich um Kunst die wirklich Botschaften hat und diese auch erzählt auf verschiedene Art und Weise Und leicht verständlich, weil das muss man auch sagen.

00:09:56: Also lange konnten die Menschen nicht lesen und schreiben außer vielleicht Kläriker.

00:10:00: Nicht einmal Herrscher konnten das.

00:10:03: Das ging noch weit bis ins Achtzehntehrhundert bis zur Schulpflicht an.

00:10:07: Ja also Kunst musste erzählen Deswegen.

00:10:11: Sehr, sehr interessante habe ich noch gar nicht so drüber nachgedacht.

00:10:14: und

00:10:15: dieser Übergang als der Künstler dann versuchte sich auch mehr selbst als Künstlern einzubringen also seine eigene Sicht mit dem Vorimpressionismus und Impressionismus als es einfach immer in Anführungsstringen abstrakter wurde weil die Fotografie natürlich dann die direkte Konkurrenz war.

00:10:34: Ich muss hier nur noch kunsthistorisch, damit ich korrekt bleibe.

00:10:38: Was erwähnen?

00:10:39: Nämlich der Begriff alte Meister das ist eigentlich eine Definition und zwar als die Museen entstanden im achtzehnten, neunzehnte Jahrhundert hat man die Räume natürlich auch eingeteilt Und hat ab einigartig, alles was vorher war, hat man gesagt, das sind die alten Meister.

00:10:57: Ab einigertig oder wo das dann halt war, da sind die Zeitgenossen für uns jetzt auch alte Meister sozusagen.

00:11:05: Aber die Begriffsdefinition beschränkt sich eigentlich auf das achtzehnte Jahrhundert.

00:11:10: nur für mich finde ich persönlich fasse den Begriff einfach weiter.

00:11:16: dass ist die Kunst vor dem Weltkrieg.

00:11:18: für mich einen kurzen.

00:11:22: Okay, gibt es da ... Wenn du sagst, gibt's da ein Werk bei in diesem Bereich das sich zunächst kalt gelassen hat und wo du dann aber irgendwann ja wie so eine Erkenntnis hattest was da eigentlich mehr dahinter steckt?

00:11:42: Du eigentlich dachtest dass, naja nicht besonders mit anfangen

00:11:49: Ja.

00:11:49: Und dass sich dann dir aber über die Zeit erschlossen hat?

00:11:54: Ja, also das ist vielleicht... Das kann ich jetzt nicht mal so sagen, dass ich das über die zeit erschlossen habe.

00:12:01: Aber ich hab schon ein Werk, das ich in meiner Jugend gesehen habe Und zwar war das der Tod des Dezius Moos von Peter Paul Rubens ein riesiges Bild, das in der Sammlung des Fürsten von Lichtenstein ist.

00:12:15: Der Fürst hatte das Jahr in Lichtenstein einmal ausgestellt.

00:12:18: Also das ist ein Zyklus von zehn Gemälden und Tapiserien usw.. Ich glaube es gibt... Sie sind im verschiedenen Medien Und die waren in Lichtenstein ausgestellt, als ich ein Teenager war und man hat das natürlich sich angeschaut.

00:12:32: Weil wir haben kein Museum, in dem die ganze Sammlung des Fürsten von Lichtenstein zu sehen ist.

00:12:38: Jetzt ist sie auch in Wien in wunderschönen also nicht Museen aber in seinem Palais und wird auch stückweise gezeigt.

00:12:46: Ich sah dieses Bild unter all der Sprache Peter Paul Rubens und Dezius Mus und ich stand davor und habe ehrlich gesagt ... Ich konnte nicht sagen, was da auf diesem Bild drauf ist.

00:12:58: Das hat mich dann natürlich immer noch so ein bisschen verfolgt und ich habe mich damit beschäftigt und je mehr ich wusste, desto mehr hatte es sich mehr erschlossen.

00:13:08: und jetzt finde ich, es ist eigentlich... Es ist ein tolles klassisches Rubensbild aber eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen!

00:13:15: Aber das war für mich eine wichtige Erkenntnis weil ich habe dadurch dass ich mich daran erinnert habe Und auch das bei meinen Besuchern von Museumsführungen, die ich früher gemacht habe gemerkt habe.

00:13:28: Man erkennt eigentlich gar nicht so leicht was auf einem Bild dargestellt ist also schon gar nicht wenn es halt in früheren Zeiten gemalt ist und nicht unserem Sehen entspricht was wir halt heute häufig oder am meisten zu sehen bekommen.

00:13:43: Ich glaube das war ganz gut dass sich das selber mal einen eigenen Leib erlebt habe mich einzufühlen.

00:13:50: Also das heißt, du siehst tatsächlich auch heute durch Übung und deine Ausbildung.

00:13:55: Und einfach die Zeit- und Erfahrung siehst du tatsächlich auch andere Dinge als am Anfang.

00:14:00: Ja

00:14:00: ich denke schon.

00:14:02: viel mehr.

00:14:04: Und das ist das Schöne dann an meiner Arbeit, wenn ich so ein Bild erklären kann und ich weiß dass oder das fällt jetzt vielleicht nicht gleich ins Auge oder wird nicht gleich bedacht und ich mache darauf aufmerksam.

00:14:15: Dann gehen natürlich meinen Kursteilnehmerinnen auch neue Welten offen.

00:14:19: Das

00:14:21: heißt also du als erfahrene Kunsthistorikerin siehst ja auf einem Gemeinde mehr als nur sage ich mal Farbe- und Leinwand sondern gibt es da?

00:14:31: Dinge?

00:14:32: Kannst du auch gerne an einem konkreten Beispiel beschreiben, wo du sagst, man schaut das Bild an und da ist aber so viel mehr dahinter.

00:14:41: An einer gewissen Symbolik oder Farbe wurde jetzt beschrieben, dass es so ein Bild auf den ersten Blick unschreinbar wirkt, aber wo soviel mehr dahinten steckt?

00:14:52: Gibt es da sicher viele, aber gibt's eins, das dir direkt einfällt?

00:14:57: Ja, also...

00:14:58: Wenns dir gerade einfällt macht das auch nichts aus!

00:15:01: Doch, es gibt eines.

00:15:03: Das ist wohl deswegen das berühmteste und wird immer wieder als Beispiel genommen.

00:15:07: Und zwar von Jan van Eyck die Hochzeit der Randolfini.

00:15:10: Es hängt in der National Gallery in London.

00:15:15: Man sieht dort im Schlafzimmer geben sich zwei Menschen die Hand.

00:15:19: Sie machen diesen Gestus,

00:15:20: d.h.,

00:15:21: verheiratet.

00:15:23: Aber dieses Bild ist voller Symbole... Also zum Beispiel zu ihren Füßen sitzt ein kleines Hündchen, einen Symbolvertreue oder über ihnen hängt ein Kronleuchter mit nur einer Kerze drin.

00:15:35: Das heißt der heilige Geist ist anwesend Oder auf der Fensterbank liegen Orangen, das sind eine Seite Symbole für die Paradiesfrucht.

00:15:44: Für das Görtliche.

00:15:45: aber auch Arnolfini war ein italienischer Kaufmann, der im Brücke lebte.

00:15:50: Er demonstrierte mit diesen Orangen natürlich auch seinen Reichtum und so geht es durch das ganze Bild weiter und man kann's nicht glauben denn eigentlich sieht man am Anfang nur einen Doppelporträt.

00:16:01: Das ist so eins!

00:16:04: Und welcher?

00:16:04: dieser gibt es ja jetzt viele, die wir so klassischerweise als alte Meister bezeichnen.

00:16:09: Da ist schon ein paar Namen genannt, Rubens, Vermeer, Ranshals und so weiter... Gibt es einen der dir besonders am Herzen liegt, wo du sagst, er gibt mir irgendwie so am meisten über das Gesamtwerk?

00:16:22: Ja ich habe da einen persönlichen Freund!

00:16:27: Das ist Rembrandt von Rhein.

00:16:29: Ich meine, es ist jetzt auch nicht gerade ein Geheimtipp aber ich denke in der Betrachtung schon insbesondere wenn man seine Portrait sich ansieht.

00:16:41: also Da hatte ich auch zum Beispiel ein besonderes Erlebnis, als ich das letzte Mal im Louvre war.

00:16:47: Dort gibt es einen Zahl, dort hängen fast nur Porträt von ihm.

00:16:51: Er hat sich ja ständig portretiert selber und hat sich auch verkleidet, hat sich verschiedene Rollen gegeben.

00:16:56: also er war sein bestes Modell eigentlich.

00:17:00: Und wenn man so mal ein paar von diesem Porträts gesehen hat dann und du trittst in den Raum da hast du das Gefühl er begrüßt dich persönlich.

00:17:10: Du kannst wirklich mit seinen Bildern zu ihm eine persönliche Beziehung aufbauen.

00:17:15: Ah ja,

00:17:15: das ist schon interessant!

00:17:16: Ja

00:17:17: und überhaupt seine Dimenschlichkeit in allen Seinen Darstellungen – ich meine einmal die grausamsten Sachen Sincson & Delilah wo man wirklich sieht wie mit dem Speer, dem Simson ins Auge gestochen wird, man kann kaum hinsehen.

00:17:34: Aber wie die Menschen, die alle Beteiligten darauf reagieren und das fühlen.

00:17:38: Und wie die Situation ist... Ja also für mich so was kann nur Rembrandt malen auf diese Art, auf diese menschliche Art.

00:17:46: Trotzdem halt in seiner Könnerschaft auch

00:17:49: Gibt es jetzt auch Also unabhängig von den Altenmeistern oder überhaupt so in letzter Zeit ein Bild, wo du gesagt hast, das hat mich jetzt total geflasht.

00:17:58: Da musst du deine Freundin anrufen oder deine Kollegin und sagen, das musst du dir jetzt unbedingt anschauen.

00:18:05: Das ist unglaublich.

00:18:07: Gibt es sowas?

00:18:08: Was dich da so richtig ... Oder kann auch vor Jahren gewesen sein?

00:18:12: aber was würdest du sagen?

00:18:13: dieses Bild musst du gesehen haben?

00:18:16: Dieses Bild musst Du gesehen haben.

00:18:18: also Ja, die Frage ist schwierig.

00:18:21: Ich werde ständig angesprochen ich gehe da hin was soll ich sehen?

00:18:28: oder ich gehe dahin was könnte ich sehen?

00:18:30: und da weiß ich natürlich schon an vielen Orten etwas zu berichten.

00:18:35: also ich würde einfach sagen frag mich Und ich habe meistens irgendeine Idee und es ist ja mittlerweile auch so, man geht da so verschiedene Lieblingsstufen durch im Studium.

00:18:47: Also immer gerade was dran ist.

00:18:49: am Anfang zum Beispiel das weiß ich noch fast Tizian dann sind die Impressionisten, die auch untereinander große Kämpfe ausgeführt haben.

00:18:57: Dann wenn ich zum Beispiel nie mochte war Toulouse-Lautrec Ah, okay.

00:19:03: Und ich habe mich aber auf ihn eingelassen für ein meiner Kurse und ich finde ihn jetzt wirklich einen der größten auch wenn er so klein war.

00:19:13: Er war ja klein.

00:19:15: Ja also ich denke lasst dich drauf ein, lass das Bild dir seine Geschichte erzählen.

00:19:25: Wenn das Bild von Qualität ist, dann ist es immer das tollste Bild.

00:19:29: Und wenn es keine richtige Geschichte zu erzählen hat, ist es zum Vergessen.

00:19:34: Das ist ein ganz interessantes Schlusswort und das wäre auch so ein bisschen die Frage was hoffst du dass die Teilnehmerinnen gerade in deinen Online-Kursen mit nach Hause nehmen?

00:19:45: Also nicht nur an Wissen sondern auch an Gefühl oder an Haltung wie sie jetzt einen Bild begegnen auf dem Monitor, aber auch natürlich insbesondere wenn sie dann ein Museum besuchen.

00:20:00: Also natürlich, wenn Sie jetzt alle meine drei Kurze besucht haben, möchte ich schon, dass Sie einen Gefühl für die Zeit und für die Epoche, auch für die Regionen entwickelt haben in dem dieses Kunstwerk entstanden ist.

00:20:16: Wenn nicht, ist es auch egal.

00:20:18: Das Wichtige ist, dass sie anfangen zu staunen und sich nicht sagen oh dieses Bild ist berühmt oder da gab's mal eine riesige Ausstellung das muss ich kennen und ich weiß es nicht mehr.

00:20:28: und wer war der Maler?

00:20:30: Und jeder sagt die falsche Zeit.

00:20:32: und so, dass Sie das vergessen sondern dass sie sagen okay fällt mir gerade nicht ein aber dieses Bild oder dieser Schloss das haut mich einfach um.

00:20:42: Und zwar aus diesem und diesem Grund, dass sie für sich Argumente finden weil es gibt genügend Möglichkeiten zu sagen warum etwas toll ist ohne dass man jetzt den Namen des tollen Künstlers weiß.

00:20:55: Das ist total

00:20:56: interessant, weil nämlich viele sich gar nicht trauen.

00:21:00: Dann zu sagen ich finde ein Bild besonders toll oder einfach nicht toll obwohl es jetzt von dem berühmten Künstler ist.

00:21:08: also du möchtest die Leute auch unterstützen so ihren Empfindungen zu stehen dass sie sagen Ich stehe dazu, dass mich hier irgendwas total berührt.

00:21:17: Ich kann es auch benennen aber es ist mir völlig egal was alle anderen sagen.

00:21:22: sozusagen ich darf das erlauben

00:21:26: ja wirklich.

00:21:27: also ich denke ich möchte wirklich die kunstgeschichte aus dem elfenbein turn nehmen weil es ist absurd zu glauben dass es eine reine wissenschaft ist wenn sie doch von menschen für Menschen gemacht wurde und eben mit dem zweit Botschaften zu transportieren die alle verstehen.

00:21:44: spielt das denn noch für eine Rolle, wann genau das war?

00:21:47: Ich meine klar ist es als Wissenschaftlerin interessant und ich möchte wissen wie die Entwicklung war.

00:21:52: Aber was sich vor allem in meinen Kursen erstmal mitgeben möchte, ist hingehen, sich im Museum wohlfühlen rauspicken, was einem gefällt, genießen, sich die Geschichten erzählen lassen von den Künstlern Und im Café einen feinen Cappuccino trinken, sozusagen.

00:22:10: Oder ein Rosé in Bistro nebenan wenn man jetzt gerade in Frankreich ist einfach dieses Genießen und für sich mitnehmen und sich schenken lassen auch was die Kunst über der Hunderte erstellt hat und anbietet und wo ja auch irgendwo ein Haufen Geld und Wille da war das zu erhalten.

00:22:32: aus verschiedenen Gründen aber auch aus denen.

00:22:35: Es gibt zum Beispiel in Paris die Sainte-Chapelle, das ist ein interessantes Beispiel.

00:22:38: Das ist die ehemalige Capelle des Königspalastes in Paris früher und diese ist eine kleine gotische Capelle und die ist praktisch nur aus Glas gebaut.

00:22:49: also es gibt wirklich ... Stein ist nur dort wo es die Glasfenster halten muss Und diese Capelle hat die französische Revolution überlebt, hat Weltkriege überlegt Alles, sie hat diese Ekolarisierung überlebt.

00:23:03: Also die war schon Kornspeicher und ich weiß nicht was man alles dort aufgehoben und abgehalten hat aber sind immer noch zwei Drittel der Fenster erhalten und die Kapelle, die kleine Kapeelle selber auch.

00:23:14: Und für mich persönlich vielleicht bin ich da romantisch Aber das erklärt sich nur indem einfach jeder der in diesen Raum hineingekommen ist gespürt hat Was er hier hat hat sich tragen lassen Parken lassen von der Architektur und den Glasfenster in Farben, dass man einfach keinen Grund, keinen Wunsch, niemand hat es fertig gebracht diese Kapelle zu zerstören.

00:23:39: Und auch ihre Fensterscheibe nicht.

00:23:41: Außer das war vielleicht dann doch einmal ein bombenein Schlag zu nah dran.

00:23:45: aber auch viele die meisten Fenster haben sich erhalten.

00:23:48: Das ist für mich so ein Beispiel.

00:23:51: Ganz schön!

00:23:52: Wunderbar, vielen Dank Rosvita.

00:23:54: Für dieses außerordentlich interessante Gespräch.

00:23:57: man merkt wie sehr du dafür liebst und brennst das weiterzutragen was du auch selber empfindest.

00:24:04: Und ja ich danke dir für das aufschlussreiche Gespräch und wünsche dir viel Spaß natürlich auch deinen Teilnehmerinnen in deinen weiteren Kursen.

00:24:12: Vielen dank er hat mich sehr gefreut dass ich da sein durfte.

00:24:16: Wenn Du jetzt findest Diese Art von Kunstbetrachtung sprich mich an, so möchte ich das auch erleben.

00:24:23: Dann komm doch bei mir vorbei auf der Webseite www.personalartguide.li.

00:24:31: Ich verlinke dir das auch noch in den Show-Notes und dort kannst du dich auch auf die Warteliste für das nächste Programm eintragen.

00:24:38: Das ist Schöne Kunst!

00:24:41: wo wir genauso vorgehen, wie ich das anette beschrieben habe.

00:24:45: Wo wir erstaunen und uns die schönsten Geschichten der Kunstgeschichte erzählen lassen.

00:24:50: Ich würde mich freuen!

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