Claudia Linzel Gastgeberin des Podcast "Die Leichtigkeit der Kunst" zu Gast bei „Schöne Kunst“
Shownotes
Claudia Linzel moderiert seit rund sechs Jahren den Kunst- und Kulturpodcast Die Leichtigkeit der Kunst. Bevor sie damit startete, hatte sie kaum Berührung mit der Kunstwelt. In dieser Episode erzählt sie mir, wie ihr ausgerechnet ein Audioguide in leichter Sprache die Tür zur Kunst geöffnet hat, und was sie seither aus Gesprächen mit Museumsdirektorinnen, Kuratoren oder Parfumeuren mitgenommen hat.
Du erfährst:
• Wie Claudias Pack-an an die Kunst aussieht.
• Welche Lebensweisheit ihr Mary Bauermeister und Rudolf Zwirner mitgegeben haben.
• Was mit einem Paar passiert, wenn es gemeinsam vor einem Kunstwerk stehen bleibt.
Links:
Claudia Linzel, „Die Leichtigkeit der Kunst"
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Transkript anzeigen
00:00:00: Liebe Claudia Linzel, herzlich willkommen.
00:00:02: Ich freue mich sehr dass du dir die Zeit genommen hast um heute hier zu sein denn Du bist die Gastgeberin des großartigen Podcasts Die Leichtigkeit der Kunst und alle die mir bereits ein bisschen folgen wissen das es mehr genau darauf ankommt nämlich Dass der Zugang zur Kunst leicht ist.
00:00:19: Das soll er sein finde ich.
00:00:22: Darüber und auch darüber was die Beschäftigung mit Kunst für unsere Alltägliches Leben bedeutet, möchte ich heute mit dir sprechen.
00:00:32: Herzlich willkommen zum Podcast Schöne Kunst auf Zeitreise durch die Kunstgeschichte!
00:00:39: In diesem Podcast erfährst du alles aus der Welt der Kunst und warum Kunstwerke Zeitmaschinen sind.
00:00:49: Ich bin Roswita Feger-Risch Kunsthistorikerin und dein Personal Art Guide Aber vielleicht stellst Du Dich zuerst selbst kurz mal vor.
00:00:59: Danke schön, liebe Rosvita für die Einladung.
00:01:01: Darüber freue ich mich sehr!
00:01:03: Mein Name ist Claudia Linzel und wie du so schön anmoderiert hast, Gastgeberin des Kunst- und Kultur Podcasts Die Leichtigkeit der Kunst.
00:01:13: Der Podcast ist ziemlich genau sechs Jahre alt Und bevor Ich mit dem Podcast startete war ich gar nicht vertraut Mit der Kunst-und Kulturszene.
00:01:26: Ich sage immer so amüsiert, dass vor dem Podcast wusste ich gar nicht wer Gerhard Richter ist.
00:01:33: Ich dachte immer das sei der Rapper von der Freundin von mir.
00:01:35: Ist er auch?
00:01:36: Aber halten andere!
00:01:38: Das war so mein Bezug zur Kunst.
00:01:40: Meine Eltern die waren sehr sportinteressiert sagten natürlich ja Kultur spielt in unserem Leben eine große Rolle und das umfasste wir gehen in den Urlaubsorten in die Kirche und zünden da ein Kerzchen an.
00:01:53: Ja,
00:01:54: ich mach den.
00:01:56: Meinen genau!
00:01:56: Ich hab viele Gärtchen angezündet und ich glaube tatsächlich dass all die Wünsche, die ich hatte auch erfüllt worden sind.
00:02:04: aber vielleicht bei denen Menschen, die es noch viel nötiger hatten als ich war eine Art kosmische ausgeglichen.
00:02:13: dann als ich War tätig in der Kommunikationsbranche, ursprünglich habe ich viel in Erwerbung gearbeitet.
00:02:22: Dann hab' ich freiberufliche Werbetechse geschrieben und dann kam Corona!
00:02:27: Und das mit der Freiberuflichkeit hatte so seine Herausforderungen... ...und eine Freundin sagte, du machst jetzt einen Podcast, habe ich herzhaft angefangen zu lachen, weil ich ehrlich gesagt
00:02:37: gedacht habe,
00:02:39: wer hört sich das denn an?
00:02:40: Also er hat dann die Zeit, Podcast zu hören.
00:02:42: Ich wurde eines besseren Belehrt und bin nun selber ganz großer Podcast-Fan.
00:02:48: Und ich fragte sie welches Thema soll denn in meinem Podcast so thematisiert werden?
00:02:55: Und sie sagte Kunst!
00:02:56: Dann habe ich wieder gelacht.
00:02:57: Wie gesagt, ich hab ja keine Ahnung.
00:02:59: Übrigens eine Aussage, die ich von vielen Menschen höre wenn ich sage, ich moderiere einen Kunst- und Kulturpodcast ist das erste Mal... Ich habe gar keine Ahnung von Grund.
00:03:09: und dann denke ich, ja so haben wir alle angefangen.
00:03:12: Ja genau also ich kenne den Satz auch sehr gut.
00:03:16: aber das sehen die hier um das zu ändern?
00:03:19: Genau!
00:03:20: Und da man dem nicht einmal anfängt, dann lässt es ein Nicht mehr los ist wie eine Liebe zur Schokolade wenn man einmal da reingebissen hat und es schmeckt halt wie Gutes tut... Das ist eigentlich mehr los.
00:03:32: Ich weiß genau, was du meinst.
00:03:34: Ja, das
00:03:34: ist natürlich ein sehr profaner Vergleich aber ich finde es trifft's ganz
00:03:38: gut!
00:03:39: Naja und warum hat sie mich denn gefragt?
00:03:43: Warum ausgerechnet Kunst?
00:03:45: Und ich wollte das ja auch... Das was ich mache, das mach' ich gerne ernsthaft und nicht nur wie so eine Branche die ich mir irgendwie anstecke.
00:03:52: Da kurz vorher angefangen mir mal die einen oder andere Ausstellung über Fotografie anzuschauen.
00:03:58: Jemand gesagt ach Du fotografierst ja ganz nett, mach doch mal mehr.
00:04:03: Das habe ich dann auch gemacht, aber festgestellt, dass ich sehr schnell an meine Grenzen komme.
00:04:08: Also
00:04:08: du selber fotografierst auch und bist über die Fotografie dann zur Kunde zu den Ausstellungen gekommen?
00:04:16: Ja also das ist jetzt natürlich wo ich mich mit so vielen tollen Fotografen und Fotografinnen beschäftige ein ganz vermessener Vergleich.
00:04:23: Ich habe einen Foto mit dem Handy gesucht und hab das als Fotografieren bezeichnet.
00:04:28: Ist ja die Differenzierung nicht groß gewesen.
00:04:33: Auf jeden Fall hat das dazu geführt, weil ich eben nicht mehr so genau wusste was soll ich denn noch alles fotografieren.
00:04:38: Dass sich mir überlegt habe, ich gehe jetzt in Ausstellungen und sammeln ein bisschen Inspirationen.
00:04:44: Und da bin ich teilweise recht weit gefahren und dann hab' ich gedacht, hey ja schon mal hier in so einem Museum!
00:04:49: In so nem Museum bin ich dann und soweit gefahren bin?
00:04:54: Dann schaue ich mir doch die anderen Ausstellung auch noch an.
00:04:57: Ich habe nichts verstanden.
00:04:58: Ich hab einfach nicht verstanden, was die Kunst mir sagen will und ich bin interessiert geguckt.
00:05:03: Ich habe mich auch wirklich versucht passend anzuziehen.
00:05:06: Ich dachte, das muss man alles machen?
00:05:09: Aber ich habe es nicht verstanden!
00:05:12: Ich habe den Zugang nicht gefunden.
00:05:17: Man muss doch intuitiv wissen, worum es darum geht.
00:05:20: Das würde dich auch sagen... Was hast du dann
00:05:22: gemacht?!
00:05:23: Ja, ich habe mir den Audio-Guide geschnappt und habe ihn auf leichte Sprache gestellt.
00:05:30: Deine Ehrlichkeit!
00:05:32: Wir sind ja hier zum Dir mal Leichtig Geil, ne?
00:05:36: Genau.
00:05:36: Ich habe
00:05:36: mich festgestellt zu dem Zeitpunkt war ich so etwa um die Vierzig.
00:05:41: Ich hatte einfach keine Lust mehr auf dieses Gefühl wie ein Schulmädchen an der Tafel zu stehen, die erwischt worden ist weil sie ihre Aufgaben nicht gemacht hat Und gar nicht weiß, worum es geht.
00:05:52: Da hilft auch so ein äußerlicher Schein wie eine angemessene Klamotte oder so nichts.
00:05:58: Das ist ja nur nach außen hin für mich irgendwie wie so ein Schutzschild gewesen.
00:06:02: Aber innerlich von meinem eigenen Spiegel habe ich schon gedacht du verschließt hier gar nix Du musst irgendwie dafür sorgen dass du wenn du möchtest ein Zugang finden.
00:06:11: Das ist am Anfang so die Welt, oder?
00:06:13: Die wir von außen sehen, der berühmte Elfenbeintun... Genau!
00:06:17: ...und jetzt
00:06:18: richtig kleiden und die richtige Frisur haben, die richtige Brille dabei darum geht.
00:06:23: Habe
00:06:23: ich mir hier für unsere Aufnahme auch überlegt.
00:06:27: Und dann mit diesem Audio-Guide auf einfacher Sprache habe ich wirklich meine Berührung gefunden.
00:06:35: Ich musste teilweise auch herzhaft lachen im Museum, weil die so lebendig erzählen und so nah war, dass ich den Humor erkannt habe.
00:06:46: Dass sich aber auch erkannt haben wie viel Aktuelles in den alten Meistern und alten Meißerinnen steckt.
00:06:54: also all die Themen, die da behandeln das sind ja genau die Themen die mich auch in meinem Alltag beschäftigen.
00:07:01: Ja das meine ich eh
00:07:02: Ja, genau.
00:07:03: Ich sage mit Donnerwetter also ob ich mir jetzt Fotografien anschaue.
00:07:08: Ich habe mich damals ein bisschen für Street Photography interessiert oder ob ich mehr gemälde Ölschinken anschaue die ja eigentlich nichts anderes machen als Themen des ihres Alltages zu dokumentieren wobei mit dem Begriff Dokumentation müssen wir vorsichtig sein an der Stelle.
00:07:27: Die behandeln genau den Themen um die es auch in meiner Welt geht Und das war nicht total interessant und hab verstanden.
00:07:35: Irgendwie wiederholt sich Geschichte, ja doch!
00:07:38: Und dann habe ich mir eine Wette.
00:07:41: Also wenn die das schon vor hundert, hundertfünfzig, vierhundert Jahren thematisiert haben vielleicht finde ich auch Antworten in der Kunst auf meine Fragen?
00:07:51: Wenn man da schon so lange Thema ist... Wie sind die denn damit umgegangen?
00:07:57: Und hab dann festgestellt es geht immer um den persönlichen Perspektivwechsel Und das ist mein Pack an die Kunst, dass ich feststelle.
00:08:06: Okay, ich kriege keine klare Antwort, aber ich krieg immer wieder eine neue Perspektive vermittelt, die ich mit nach Hause nehmen kann und bei meinem persönlichen Thema behandeln kann.
00:08:19: für mich.
00:08:21: Man bekommt ... Ja, nicht
00:08:22: diskutieren kann!
00:08:23: Genau.
00:08:24: Was würdest du denn jetzt heute sagen?
00:08:26: Wer sind deine Hörerinnen und Hörern?
00:08:28: Was sind das für Leute?
00:08:31: Ursprünglich habe ich gedacht, dass Menschen sind die genauso ticken wie ich.
00:08:35: Also die so einen ersten Schritt in die Kunst unternehmen wollen dieses Gefühl von Ich möchte nicht mehr das Schulmädchen an der Tafel sein haben wollen, die ich jetzt einfach mitnehme und die dann mit mir gemeinsam wachsen.
00:08:51: Ja aber es hört sich nach einem Aber an Claudia.
00:08:59: mach ich das ja schon.
00:09:00: Ein Anführungszeichen, so wo lange?
00:09:03: Über sechs Jahre oder wer hat's mich genau?
00:09:04: Sechs Jahre?
00:09:06: Ja, aber es sind um die dreißig dreihundfünfzig Folgen... Ich bin nicht so gut im Zählen!
00:09:12: Also immer so um den um den Dreh.
00:09:14: Da krieg' ich doch das ein- oder andere Feedback mal mit und durchaus auch von Menschen, die in der Kunst- und Kulturszene sehr aktiv sind.
00:09:22: Sei es dass es Kunsthistoriker und Kunsthastorikerin sind oder Kunstschaffende Im Kunstmarkt kriege ich das auch mit Sammelende oder eben auch Menschen, die dann eher auf der verkaufenden Seite tätig sind.
00:09:38: Das sind auch die Leute, die dir zuwärmen?
00:09:41: Oder was denkst du?
00:09:42: Wer hört dir zu, wer denkt...
00:09:43: Ja, ich glaube es ist eine gute Mischung aus den Menschen, Die schon ein bisschen Expertise oder vielleicht auch deutlich mehr Expertise mitbringen und Ich hoffe dass auch ganz viele dabei sind, die sich so in die ersten Ähm diese die ersten Schritte ich will nicht sagen wagen aber unternehmen um eine Bindung aufzubauen.
00:10:05: Ich kann das nicht valide sagen, ich kann das nur wieder geben aus den aus dem Feedback was
00:10:13: du bekommst.
00:10:14: ja Jetzt du hast schon angedeutet, Claudia.
00:10:17: Deine Podcast-Episoden sind sehr abwechslungsreich!
00:10:20: Du sprichst mit Museumsdirektoren, Kuratorinnen, Parfumierern und Nachlassfahrerinnen um nur einige deiner Gäste zu nennen.
00:10:29: Und natürlich geht es immer um den Blick durch die Kunstbrille und das ist sehr interessant finde ich.
00:10:36: Besonders gefällt mir wie es dir immer gelingt die Frage nach der Leidenschaft für die Sache herauszuschälen.
00:10:41: bei diesen unterschiedlichsten Persönlichkeiten Gibt es einen Gast, der dich besonders beeindruckt hat oder dessen Geschichte von seiner Leidenschaft?
00:10:52: Also ein bisschen wie die Frage an die Mutter nach ihrem Lieblingskind.
00:10:59: Ja, so ähnlich ist das.
00:11:00: Nein ich das auch.
00:11:04: Sagen wir mal so... Ich in Anführungszeichen untersuche gerne die Chancen und Herausforderungen, die ein Lebensweg geprägt haben Und ihr dabei sehr egoistisch vor, weil ich denke naja vielleicht kann ich mir davon eine Scheibe abschneiden.
00:11:25: Vielleicht kann ich dadurch etwas lernen für meinen eigenen Lebensweg.
00:11:28: wie wird mit einer sehr glücklichen Situation umgegangen aber wie wird vielleicht auch mal mit einer Niederlage umgefallen?
00:11:37: und wenn ich mich mit Menschen unterhalte die schon einen sehr langen Lebensweg hinter sich haben Stecken da natürlich sehr viele Erfahrungen drin, die sowohl auf der Seite des Glücks als auch auf der Zeit der Herausforderung stattgefunden haben.
00:11:54: Und daher schätzte ich es immer sehr und fühle mich auch sehr geehrt wenn ich mich mit Menschen unterhalten habe diese sehr reifen Expertisen haben.
00:12:06: Zum Beispiel?
00:12:07: Das zum Beispiel Mary Bauer Meister.
00:12:10: Das war ein Gespräch, das ging über vier Stunden.
00:12:12: Es war schon sehr besonders.
00:12:14: Sie war damals schon Mitte Achtzig.
00:12:17: Ich glaube es war so ungefähr ein zwei Jahre bevor sie dann uns hier auf der Erde verlassen hat, wo sie weitergezogen ist.
00:12:26: und sie hat einen Satz gesagt, der mich sehr geprägt hat den ich auch in einer anderen Wortwahl durch meine Oma kenne.
00:12:34: Sie hat gesagt jedes schlechte birgt einen Schatz.
00:12:40: Meine Oma hat gesagt selten ein Schaden ohne Nutzen.
00:12:44: und das ist für mich einer der größten Glaubenssätze geworden, die mich so durch die ja seit eben, wann hab ich sie denn gesprochen?
00:12:55: Vielleicht einundzwanzig, zwanzig.
00:12:57: Durch die letzten Jahre begleitet haben.
00:12:59: Ich meine machen wir uns nichts vor.
00:13:00: Wir führen in der Regel ein sehr gutes Leben.
00:13:03: Wir sind frei von Also Existenzängsten in Bezug auf Ernährung, Dach überm Kopf.
00:13:13: Wärme, Hygiene – also die menschlichen Grundbedürfnisse sind in der Rede mit den Menschen, mit denen ich viel Kontakt habe gut abgedeckt.
00:13:24: und dann fangen Herausforderungen an sei es vielleicht auch etwas rund um die Familie, die Eltern, die Kinder.
00:13:36: Sei es Fragen in der Beziehung, sei es Frage in Freundschaften, vielleicht mal irgendwie auf den Schlips getreten oder etwas falsch verstanden.
00:13:44: und dann denke ich okay so lange diese Grundbedürfnisse abgedeckt sind solange wir das Gefühl haben Wir können uns in einem gesunden System bewegen indem Weiterbildung auch irgendwie gut möglich ist Wie gehen wir mit einer Situation um?
00:14:01: die wir schwierig finden.
00:14:02: Wie können wir, und da sind wir wieder bei dem Perspektivwechsel, wie können wir aus dieser schwierigen Situation etwas Gewinnendes herausziehen?
00:14:11: Das ist auch so eine Beobachtung, die ich in den letzten Jahren mache dass viele Menschen eine viel größere Angst vor dem Verlust haben als die Freude am Gewinnen.
00:14:23: das klingt jetzt erst mal irgendwie so komisch aber diese Hemmnis führt dazu gewisse Dinge vielleicht gar nicht erst bewagt und erkennt, wie viel Freude ein neuer Moment bringen kann.
00:14:35: Weil die Angst von der Wegnahme so groß ist.
00:14:38: Das habe ich jetzt ein bisschen kompliziert ausgedrückt.
00:14:40: Jetzt bin ich mir bei der leichten Vermittlung.
00:14:44: Aber wir sind sicher beim Kern der Kunst unter auch des Kunstschaffens.
00:14:49: was denkst du denn?
00:14:50: Was war die besondere Leidenschaft von Meribauermeister für die Kunst?
00:14:57: Ich glaube dass sie immer wieder neu probiert hat und bei sich und ihrer Haltung geblieben ist.
00:15:05: Und diese Haltung, die war für sie fest aber das agieren um dieser Haltung.
00:15:11: Das ist kein starres Gerüst gewesen!
00:15:14: Ich habe noch einen Gast den ich gerne erwähnen möchte der mir sehr wichtig ist dass es Rudolf Zwirner ist zu dem Zeitpunkt auch schon, ich glaube neunzig gewesen.
00:15:25: Ja ja natürlich Lebensweisheiten Die Weisheiten eines ganzen Lebens, die du da erfahren kannst.
00:15:35: Und die erste Frage, die ich ihm gestellt habe, lautete Wie ist Ihre Benennung von Freiheit oder beziehungsweise Entschuldigung?
00:15:44: Was verstehen Sie unter Freiheit?
00:15:47: und da hat er gesagt, Freiheit ist ein Benennen.
00:15:50: von Von was möchte man sich befreien?
00:15:54: Möchte ich mich befreienden von der ehrlichen Struktur, weil ich immer einen auf den Deckel bekomme.
00:16:02: Möchte ich mich befreien von meinem inneren Hamsterrad bedingt durch den Beruf?
00:16:07: Weil ich immer wieder in die gleichen Situation komme und das hat etwas damit zu tun, voraus aus der Komfortzone.
00:16:13: also wir haben es ja jetzt nicht über ihr oder oder doch oder so unterhalten aber ist sehr klar geworden dass wir dieses euch endlich freier fühlen viel differenzierter betrachten müssen.
00:16:25: Was
00:16:26: genau ist eigentlich der Punkt, den ich gerade hemmt?
00:16:30: Und das ist eigentlich ein gleicher Ansatz zu Marie-Bauer Meister.
00:16:34: Das sind so zwei Aussagen... Also wenn wir nicht über die Gäste sprechen, sondern über die Aussagen sind das die zwei Aussage, die
00:16:43: du ja wirklich mitgenommen hast.
00:16:45: Ja wer würde das denken?
00:16:46: Ich meine, wenn wir jetzt nochmal auf deine Anfangsbeschreibung kommen was Was wird abgebildet?
00:16:55: Was sehe ich in den Bildern, dass mir heute noch hilft.
00:16:58: Dann denke ich schon das sind so wichtige kerne Elemente die man eben da herausnehmen kann also nicht nur im Gespräch mit Kunstleuten Menschen aus der Welt der Kunst sondern wirklich dann auch dem Kunstwerk an sich und ich finde und du sicher auch das ist eine Chance wenn man sich einfach nicht denken lassen darf.
00:17:18: Nichts sollte Jetzt gerade davon sprechen.
00:17:24: Ja, zum Beispiel wie befreie ich mich aus der ehrlichen Struktur?
00:17:29: Also ich nehme das jetzt ein bisschen plakativ heraus weil es leidet.
00:17:32: so schön.
00:17:33: zu meiner nächsten Frage über die Sprech!
00:17:37: In unserem Vorgespräch, Klaudia haben wir schnell herausgefunden dass wir einige Gemeinsamkeiten haben wenn wir auf die Kunst schauen.
00:17:43: Also nicht nur das der Zugang leicht sein soll sondern also dass da Zugang leicht sein soll.
00:17:49: Das sieht man schon bei den Titeln unserer beiden Podcasts nämlich eben Die Leichtigkeit der Kunst von dir und schöne Kunst von mir der podcast die zeigen dass wir eine Hemmschwelle abbauen wollen.
00:18:01: Und außerdem als nächste Gemeinschaft sehen wir beide die Geschichte der Kunst auch als Wimmelbuch an, wie du das formulierst oder als Familienalbum der Menschheit unserer Gesellschaft.
00:18:17: Man kann darin erkennen dass die Menschen sich mit Kunst ausdrücken von Anfang an nämlich schon Sie wollen etwas mitteilen, Kunst ist ein Kommunikationsmittel.
00:18:36: Und sie drücken damit oder teilen mit ihre Gefühle und Reaktionen auf Situationen, ihre Schwierigkeiten im Leben, ihre Hoffnungen, ihre Würde letztlich.
00:18:46: Du hast aufbauend auf diesen Gedanken eine ganz besonders schöne Beobachtung gemacht, die du vielleicht unseren Zuhörenden auch noch gerne erklären kannst nämlich Was geschieht, wenn ein Paar sich gemeinsam eine Ausstellung anzieht?
00:19:01: Also vielleicht sollte ich vorweg sagen.
00:19:03: Ich bin seit zwei Tausendfünfe
00:19:05: verheiratet und
00:19:06: glücklich
00:19:07: beheirattet!
00:19:09: Nicht,
00:19:09: dass es mir so Geschmack bekommt.
00:19:12: Aber... Und damit beantworte ich sehr gerne deine Frage.
00:19:17: Wenn man, so denke ich über einen solangen Zeitraum mit einer oder mehreren Personen zusammenlebt kommt es sicherlich in vielen Fällen dazu, dass auch mal so eine Sprachlosigkeit da ist.
00:19:37: Vielleicht kommt das durch eine Dynamik die sich in organisatorischen Dingen einschleicht und man spielt sich die Bälle zu Essen gemacht einkaufen gegangen vielleicht Urlaubsplanung oder was auch immer.
00:19:55: Und wenn diese Dynamik dieser organisatorische oder dieser Gespräche, die sich rund um organisatorische Dinge dreht.
00:20:05: Kann es ja passieren dass diese Metaebene oder diese tiefere Ebene ein bisschen einschläft?
00:20:14: Und vielleicht kommt man dann mal an den Fall oder an den Punkt wo man sich denkt was haben wir uns denn eigentlich zu sagen außerhalb von wer geht einkaufen, was schon?
00:20:24: wer im Fernsehen hat so den Müll rausgetragen.
00:20:28: Das ist alles jetzt in Anführungszeichen und sehr salopp formuliert.
00:20:31: Ich glaube schon, dass das in Beziehung um tiefere Situationen geht.
00:20:36: Und ich denke, um diese tieferen Schichten wieder zu finden – ich empfehle sogar es ist sehr schön gemeinsam durch eine Ausstellung zu gehen und das Ganze wie so eine Art Support zu betrachten, wieder in tiefe Gespräche zu kommen einfach vor einem Bild stehen zu bleiben vielleicht auch zu schweigen und dann zu fragen, was siehst du?
00:21:02: Was empfindest du?
00:21:03: Welche Erinnerung kommt dir dabei hoch.
00:21:06: Und mein Mann und ich machen häufig die Erfahrung wenn wir vor einem Werk stehen bleiben dass wir uns darüber hinaus obwohl wir schon seit fast fünfundzwanzig Jahren zusammen sind uns immer noch mal ein Stück weit näher kennenlernen und neu kennenlern.
00:21:22: das ist eine ganz interessante Erfahrung diesen Menschen den man ja meint so tief zu kennen, immer wieder neu zu erblicken.
00:21:34: Und das gelegt durch die Kunst.
00:21:36: Das ist wie ein kleines Werkzeug.
00:21:40: Unfassbar schön!
00:21:41: Ja...
00:21:42: Das ist wirklich ein unfassbar schöner Gedanke.
00:21:44: und das Erstaunliche ist dass es wahrscheinlich nur der Kunst gelingt diese besonderen Fragen zu stellen die uns einfach zwingen, unsere normalen Gedankengänge und seien sie auch noch so tief nochmal in eine andere Richtung zu lenken.
00:22:02: Und wenn wir schon darüber sprechen müssen wir es formulieren – und so lernt man den anderen besser kennen!
00:22:07: Also ich möchte das jedem nur ans Herz legen.
00:22:11: Ich denke schon gerade Leute, die jetzt nicht unbedingt so in der Kunst- und Kulturwelt zu Hause sind... Für dieses Kostet es schon vielleicht ein bisschen was überhaupt ins Museum zu gehen, sich mal gezielt eine Ausstellung anzusehen.
00:22:24: Auch das ist schon ein Schritt ohne dass man jetzt vor jedem Werk gleich eine kleine Diskussion anfangen könnte oder einen sich befragen aber schon das Gefühl nach einer Ausstellung wieder das Haus zu verlassen dieses Erfülltsein und wie alles in einem noch arbeitet.
00:22:42: Ich denke auch, das ist schon Stoff für viele Gespräche also man kann da ruhig Kleinen anfangen.
00:22:47: Also nicht dass jetzt jemand denkt, ha!
00:22:49: Das merke ich mir.
00:22:50: aber wie kriege ich mein Mann ins Museum?
00:22:53: Da kann man einfach mal gehen oder?
00:22:57: Dann nach mit einem guten Essen locken.
00:22:59: Genau.
00:23:00: Kann man mit etwas locken...
00:23:08: in den meisten Fällen gelingt das ja am Wochenende, am besten.
00:23:13: Dann lässt es sich gut eben in den Alltag integrieren.
00:23:17: und wenn man diesen ganzen Tag betrachtet dass man schon mit einem schönen Frühstück anfängt vielleicht sich auch Gedanken macht was hat denn Genuss- und Kunst miteinander zu tun?
00:23:27: Dass man vielleicht auch schon seine Klamotte wählt sich vielleicht etwas Besonderes anzieht, also schon auch irgendwie bequem.
00:23:36: Dann hat man eine gemeinsame Fahrt hin zum Ausstellungshaus.
00:23:39: Also wir müssen halt schon ein bisschen, wurden so ein bisschen außerhalb von den großen Häusern sage ich mal und es ist immer auch ein Weg dorthin Da finden schon Gedanken statt Vielleicht manchmal auch ne Diskussion oder vielleicht auch tatsächlich noch das die organisatorischen Dinge.
00:23:57: Und ja dann beim Gang ins Museum wenn man dann die Ruhe zulässt Und man muss ja gar nicht alle Hundertseptzig Werke und alle Sammlungen durchgehen.
00:24:09: Nach zehn Werken oder so schon überlegt, Mensch da war doch schon etwas dabei was mir gut gefallen hat.
00:24:14: Auch dieser Moment... Was hatte ich eigentlich daran gestört?
00:24:17: Oder warum bist du da eigentlich vorbeigelaufen?
00:24:20: Das ist so interessant!
00:24:24: Ja also.. Ich kann das nur bestätigen.
00:24:26: Ich habe das auch mit meinem Mann so oft erlebt.
00:24:29: oder dann die Situation.
00:24:31: Ich komme aber nur mit dir dahin, wenn du mit mir ins Museum kommst und umgekehrt sind.
00:24:35: Zum Schluss waren wir beide ganz glücklich dass wir einfach den Schritt auch ein bisschen außerhalb der Komfortzone gemacht haben.
00:24:43: Ja!
00:24:43: Und auch mit den Kindern.
00:24:45: meine Töchter sind jetzt zwölf und fünfzehn Jahre alt.
00:24:50: natürlich da überlege ich mir auch irgendwie so einen kleinen Lokmoment das entweder wenn wir dann in eine große Stadt fahren dass wir sagen naja danach können wir ja noch gucken könnt ihr uns zeigen, was euch so gefällt oder eben was Schönes zu essen.
00:25:03: Also ich mag diese ganzen Tage
00:25:07: genau.".
00:25:07: Ja, das geht mir auch so.
00:25:09: also wirklich... Ich denke ja auch dass Museum ist es sollte ein dürfen sein etwas was man sich gönnt und auf keinen Fall ein.
00:25:17: ich muss noch die Ausstellungen sehen.
00:25:20: Das Schöne daran ist ja wenn man über ein gemeinsames Buch spricht braucht es einfach Zeit, bis beide dieses Buch gelesen haben.
00:25:30: Das stimmt ja!
00:25:32: Dass ein Kunstgenuss so unmittelbar ist nicht etwas was man lange im Voraus planen muss.
00:25:39: Man kann das relativ spontan in den Alltag integrieren.
00:25:44: genauso ich mag auch Musik sehr gerne.
00:25:48: Ein musikalischer Genuss ist ja meist auch mit ein bisschen mehr Vorlaufzeit zu realisieren.
00:25:55: Man muss sich die Gedanken machen, in welches Konzert gehen wir denn?
00:25:58: Wann findet das statt?
00:25:59: Passt das an den Alltag?
00:26:01: Einige wie uns und vor allem es ist auch mit hohen Kosten verbunden eine ein Ticket für eine musikalische Veranstaltung ist schon auf etwas hochpreisiger als der Eintritt in einem Museum.
00:26:14: und ich denke oder vielleicht auch in einer Galerie also in Deutschland Ich denke bei euch in Lichtenstein vielleicht auch In der Schweiz
00:26:22: sind
00:26:23: Galerien ja kostenlos zugänglich.
00:26:27: Also man muss noch gar nicht mehr viel Geld investieren, um sich etwas anzuschauen.
00:26:31: oder Kunsthandel eben auch her.
00:26:34: Ja genau also diese Gelegenheit sollte man unbedingt nutzen.
00:26:37: und wenn wir jetzt schon gerade bei dem Thema sind das ist etwas was gar nicht so bekannt ist viele Museen gerade große Louvre National Gallery sowieso umsonst weil er in England ist aber zum Beispiel Alte Pinakothek und so weiter, die haben Angebote an bestimmten Wochentagen umsonst oder Sonntag für ein Euro oder ab siebzehn Uhr halber Preis oder solche Sachen.
00:27:01: Und ich denke da kann man immer noch sehr viel rausholen für wenig Geld.
00:27:07: Liebe Claudia gibt es noch etwas das du unseren Zuhörnern gerne als Herz legen würdest?
00:27:13: Und zwar... Ich frage allgemein Unlande im Besonderen zum Beispiel wenn es darum geht Sieg eine Anführungszeichen.
00:27:22: Auf dem Weg ins Museumen, Bock hast du hören!
00:27:25: Genau.
00:27:28: und meine konkrete Frage wäre zum Beispiel wenn es darum geht sich in Anführungsteichen ganz besonders sperriger Kunst zu nähern was du ja am Anfang schon so ein bisschen beschrieben hast.
00:27:39: oder gibt es einen anderen Gedanken den du noch mit uns teilen möchtest?
00:27:44: Jetzt heißt mein Bock hast ja die Leichtigkeit der Kunst.
00:27:48: Leichtigkeit ist etwas, was sich eigentlich jedem Menschen mitgeben möchte.
00:27:52: Einfach mal darüber nachzudenken, was bedeutet Leichtigkeit für mich?
00:27:56: Nicht im Sinne meines Podcasts, sondern für uns selber.
00:28:00: Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir zu viel Schwere in Situationen einsteigen.
00:28:06: Schwere ist vielleicht auch etwas, das aus einem Erwartungsdruck herauskommt.
00:28:11: Leichtigheit für mich bedeutet nicht mangelnder Tiefgang oder eine Oberflächlichkeit.
00:28:17: Leichtigkeit bedeutet einfach machen, einfach mal machen und zu schauen wie wirkt es auf mich?
00:28:23: Und dabei eben ja die Tiefe nicht aus dem Blick verlieren, aber erstmal machen sich leiden lassen.
00:28:34: Ich finde, wir sollten dieses Geschenk nutzen, das sich schon seit tausenden Jahren eigentlich für uns erhalten hat.
00:28:52: Und ich finde auch die Tatsache, dass es so ist, dass wir Kunst seit so vielen Jahren erhalten, dass zum Beispiel ein aktuelles Beispiel in der Ukraine als der Kriegenarty haben sie als erstes ihre Kunstwerke geschützt um mit Sandsecken abgedeckt und so damit die Sachen nicht kaputt gehen.
00:29:11: Alles das heißt, wie wichtig Kunst für uns unsere Identität und Wurzeln ist.
00:29:16: Und es wäre wirklich sehr schade, wenn es hinter einem akademischen Vorhang verstauben würde.
00:29:21: Gut, dass
00:29:22: ich schön bin!
00:29:25: Ich bedanke mich vielmals für dieses schöne Gespräch, Claudia.
00:29:29: Ich bin sicher, dass wir damit vielen Lust auf den nächsten Museumsbesuch gemacht haben und vielleicht auch eine leichtere und unkompliziertere Sicht auf die Dinge senken konnten.
00:29:41: Ich danke dir ganz herzlich, liebe Roswita für diese Möglichkeit hier.
00:29:45: Für deine Art mit Leichtigkeit und auch mit Schönheit über Kunst zu sprechen.
00:29:51: Kranke für deinen Engagement, Kunst so in die Gesellschaft zu trauen!
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